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Anfangsbestände erfassen

Beim Verwalterwechsel den Übernahmestand der Bestandskonten als Eröffnungsbuchung gegen das Saldenvortragskonto 9000 buchen.

Wenn deine WEG mitten im Leben zu selbstverwalten. wechselt, liegt auf dem Gemeinschaftskonto bereits Geld, und es gibt offene Forderungen und Verbindlichkeiten. Ohne Anfangsbestand würde die Buchhaltung bei null starten — der Kontostand in der App wiche vom Bankauszug ab und der Vermögensbericht des ersten Jahres wäre zwangsläufig falsch.

Bestandskonten zeigen den Kontostand

Ein Bestandskonto (Bank, Rücklagenkonto, Forderungen, Verbindlichkeiten) zeigt in der Sachkonten-Übersicht nicht die Jahresbewegung, sondern den Kontostand: Anfangsbestand plus Soll minus Haben. Genau diese Zahl vergleichst du mit deinem Bankauszug.

Unter der Kontobezeichnung stehen dazu zwei Zusatzangaben:

  • davon Anfangsbestand … — womit das Jahr begonnen hat.
  • lt. Kontoauszug … (Datum) — nur bei verknüpften Bankkonten: der Stand, den die Bank zuletzt gemeldet hat. Weicht er ab, erscheint ein Δ-Hinweis. Typische Ursachen: noch nicht verbuchte Umsätze oder ein anderer Stichtag.

Kosten- und Ertragskonten haben keinen Anfangsbestand — sie beginnen jedes Jahr bei null.

So erfasst du einen Anfangsbestand

  1. Öffne in der Seitenleiste Buchhaltung → Konten & Buchungen (/buchhaltung/journal).
  2. Klick oben rechts auf Anfangsbestand. Der Button erscheint nur für WEG-Administratoren.
  3. Im Dialog Anfangsbestand erfassen wählst du:
    • Konto — zur Auswahl stehen die bebuchbaren Bestandskonten, zum Beispiel 1100 Bank Girokonto oder 1200 Bank Rücklagenkonto.
    • Stichtag — der Tag der Übernahme, in der Regel der 1. Januar des Jahres, ab dem ihr in der App bucht.
    • Bestand — Guthaben positiv eingeben, eine Verbindlichkeit mit Minus.
  4. Buchen.

Die App legt daraufhin eine Eröffnungsbuchung an: dein Bestandskonto gegen das Saldenvortragskonto 9000 Saldenvorträge („Bank an Saldenvortrag"). Der Bestand steht damit als echte Buchung im Hauptbuch, und das Gegenkonto zeigt die Herkunft.

Erfasst du denselben Anfangsbestand später noch einmal — etwa weil sich der Übernahmestand nachträglich korrigiert hat — ersetzt die App die frühere Eröffnungsbuchung dieses Kontos. Du musst also nichts von Hand aufräumen.

Die wichtigste Regel: nur eine Quelle

Für ein Konto gibt es entweder eine Eröffnungsbuchung oder einen Saldovortrags-Anker aus einer Datenübernahme — nie beides. Zwei Quellen für denselben Bestand zählen ihn doppelt.

Kam deine WEG über eine Datenübernahme aus einer Vorgänger-Software in die App, ist der Anfangsbestand dort bereits als Saldenvortrag hinterlegt. In dem Fall bricht der Dialog mit einer Meldung ab: Für dieses Konto liegt bereits ein Saldenvortrag vor, ein zusätzlicher Anfangsbestand würde doppelt zählen. Das ist kein Fehler, sondern der Schutz vor genau dieser Doppelzählung.

Korrigieren statt stornieren

Saldovortragsbuchungen lassen sich nicht stornieren — der Storno-Dialog verweist dich stattdessen auf Anfangsbestand erfassen. Trag dort einfach den richtigen Wert ein; die alte Eröffnungsbuchung wird ersetzt.

Zwei weitere Grenzen:

  • Das Saldenvortragskonto 9000 selbst bekommt keinen Anfangsbestand — es ist das Gegenkonto der Eröffnung.
  • Anfangsbestände gibt es nur für Bestandskonten. Für ein Kosten- oder Ertragskonto lehnt die App die Eingabe mit einem Hinweis ab.

Reservierte Kontonummern

Vier Nummern legt die App bei Bedarf selbst an und findet sie über genau diese Nummer wieder. Sie lassen sich deshalb nicht für eigene Konten vergeben:

NummerZweck
1901 / 3901Abgrenzung Heizkostenabrechnung
9000Saldenvorträge (Gegenkonto der Eröffnungsbuchungen)
9999Verrechnung (Datenübernahme)

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